Freitag, 11. Dezember 2020, 17:03 Uhr
von Simone

5 Jahre Pariser Klimaabkommen - und nun?

Am 12. Dezember 2020 wird das Übereinkommen von Paris fünf Jahre alt! Leider ist das kein Grund zum Feiern, denn von der Erfüllung seines 1,5 Grad-Zieles sind wir auch heute noch weit entfernt.

Der 12.12.2015 war ein historischer Tag: Nach zähen und sehr emotionalen Verhandlungen mit massivem Druck seitens der Länder des globalen Südens unterzeichneten 195 Vertragspartner, darunter die EU und ihre Mitgliedstaaten, auf der UN-Klimakonferenz in Paris ein grundlegendes Klimaabkommen. Sie einigten sich darauf, gemeinsam alles zu tun, um die globale Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen. Um das Auftreten irreversibler Kipppunkte zu vermeiden, wurde später präzisiert, dass eine Beschränkung auf 1,5 Grad dringend notwendig wäre.

Fünf Jahre später fragen wir uns, was seitdem passiert ist. Die Treibhausgasemissionen steigen weltweit weiter an, wir steuern zielstrebig auf mehr als drei Grad zu. Der Klimawandel-Leistungsindex (Climate Change Performance Index) zeigt auf, dass weltweit KEIN Land genug unternimmt, um die Erderwärmung zu stoppen (vgl. https://www.dw.com/de/klimaschutz-index-pariser-klimaabkommen-welche-l%C3%A4nder-sind-auf-dem-weg-halten-15-grad-grenze/a-55826927). Deutschland belegt gerade einmal den 19. Platz im oberen Mittelfeld. Die Hoffnungen, die vor fünf Jahren in das Pariser Abkommen gesetzt wurden, wurden leider nicht erfüllt.

Weltweit demonstrieren deshalb an diesem Wochenende wieder Menschen für mehr Klimaschutz und erinnern an das Pariser Abkommen – aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen überwiegend digital.

In Ludwigsburg projizierten Campus for Future am Freitag sehr anschaulich die uns noch verbleibende Zeit, bis das CO2-Budget aufgebraucht ist, auf eine Hauswand am Marktplatz:

Foto: LudwigsKlima

Doch was tun, damit der Klimaschutz politisch besser umgesetzt wird? Letztlich ist es uns gleich, wer oder welche Partei den Klimaschutz umsetzt - Hauptsache es bemüht sich endlich jemand ernsthaft und mit Nachdruck darum. Wir appellieren deshalb an jede etablierte Partei, sich auf lokaler Ebene, auf Landes- und Bundesebene aktiv und zielgerichtet für die Belange des Klimaschutzes einzusetzen und mutige Entscheidungen zu treffen.

Was die Klimapolitik in Baden-Württemberg angeht, beobachten wir auch die Gründung einer neuen Partei, der Klimaliste BW, die im März zu Landtagswahl antreten möchte. Jede*r, der/die sie dabei unterstützen möchte, kann dies bis Weihnachten tun, indem er/sie ein Unterstützungsschreiben unterzeichnet und der Klimaliste zusendet (https://klimaliste-bw.de/unterstuetzungsunterschriften). Zwei von uns kandidieren übrigens für die junge Partei.

Hoffen wir, dass dadurch etwas Dynamik in die Landespolitik kommt – ob durch Vertreter*innen einer neuen oder der etablierten Parteien. Denn eins ist sicher: Wir wollen nicht zum zehnten Geburtstag des Pariser Klimaabkommens feststellen müssen, dass wir den 1,5 Grad-Kurs komplett verloren haben!