Montag, 29. März 2021, 15:07 Uhr
von Simone

Happy Birthday, LudwigsKlima!

Der Ludwigsburger Erwachsenenzweig der Klimaschutzbewegung wird zwei Jahre alt!

Den Kampf fürs Klima führt nicht mehr nur die Jugend. Auch in Ludwigsburg wurde am Freitag, den 19.03.2021 deutlich, dass die Forderung nach wirksamerem Klimaschutz generationenübergreifend und gesamtgesellschaftlich ist. Am Tag des globalen Klimastreiks radeln Fridays for Future mit lautem „Klimaschutz – Jetzt!“ auf den Marktplatz ein, gefolgt und unterstützt von Familien, Senior*innen, Student*innen und Paaren. Trotz pandemiebedingt zurückhaltender Bewerbung der Aktion fordern rund 150 Klimaengagierte einmal mehr die Politik zu verstärktem Klimaschutz auf.

„Wir werden weiter nerven“ bekräftigt Nora, Rednerin der Initiative LudwigsKlima am Marktplatzbrunnen. Genau vor zwei Jahren, am 23. März 2019, hat sie den Grundstein der Erwachsenenbewegung für den Klimaschutz in Ludwigsburg gelegt. „Unsere örtlichen Fridays hatten alle Erwachsenen, die sie bei ihren Streiks kennengelernt haben, in einer WhatsApp-Gruppe gesammelt“, erzählt sie lachend.

Drei davon beschlossen, etwas daraus zu machen, sich kennenzulernen und zu vernetzen. „Wir lagen auf der gleichen Wellenlänge und hatten das Gefühl, etwas tun zu müssen. Also haben wir die lokale Parents for Future-Gruppe aufgebaut“, blickt Nora zurück. Informationsaustausch und Unterstützung der Fridays-Gruppe waren anfangs die wesentlichen Ziele. Dazu kam das Bemühen um Aufklärung und Verständnis bei den Schulen für die Streiks, die zunächst gezielt provokativ während der Unterrichtszeiten stattfanden.

Das Konzept habe sich mittlerweile gewandelt, die Demonstrationen fänden eher am Nachmittag statt, berichtet Simone, ebenfalls Mitbegründerin des Ludwigsburger Erwachsenenzweigs der Bewegung. Zur Verstetigung des Engagements haben die beiden mit rund zehn weiteren Engagierten aus dem Landkreis Ludwigsburg Anfang 2020 die lokale Klimaschutzinitiative LudwigsKlima gegründet. Mit einem eigenen Logo, angelehnt an die Konturen des Landkreises und die Farben der Erderwärmungsstreifen, einer eigenen Website sowie Social Media-Kanälen und gezielter Vernetzung setzt sich LudwigsKlima seitdem für den Klimaschutz in Stadt und Landkreis ein.

Die Unterstützung der lokalen For-Future-Bewegung ist weiterhin die Basis des Engagements. Nicht mehr wegzudenken ist das Lastenrad von LudwigsKlima-Mitglied Mitsch mit solarbetriebener Soundanlage, die den nötigen Schwung in jede Ludwigsburger FFF-Demo bringt. Auch durch Redebeiträge wird regelmäßig unterstützt; bei der Vorbereitung und Konzeption von Aktionen bringt LudwigsKlima Ideen und Tatendrang ins Ludwigsburger KlimaStreikBündnis ein.

Erklärtes Ziel von LudwigsKlima ist es aber von Anfang an, nicht nur „dagegen“ zu sein, sondern aktiv und konstruktiv auf die Klimawende hinzuwirken. Dazu haben die Engagierten in den vergangenen zwei Jahren gezielt das Gespräch mit kommunalen Akteuren gesucht, wie dem Asperger Klimaschutzmanager Alexander Greschik, den Klimaschutzmanagerinnen des Landkreises Ludwigsburg, der Ludwigsburger Energieagentur LEA, dem Ludwigsburger Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht und der Stabstelle Klima, Energie und Europa der Stadtverwaltung Ludwigsburg. Insbesondere die Themen Solarenergie und nachhaltige Mobilität brennen LudwigsKlima unter den Nägeln. Der Besigheimer Zweig der Initiative legt seinen Schwerpunkt aktuell auf das Thema nachhaltiges Bauen.

Auch das Integrierte Klimaschutz- und Energiekonzept Ludwigsburg (iKEK) hat die Initiative genau unter die Lupe genommen. „Es stecken wirklich gute Ansätze im iKEK – nur leider fehlt meiner Wahrnehmung nach noch die Priorisierung und praktische Umsetzung“, stellt Jan, ebenfalls Mitgründer von LudwigsKlima, fest und hofft auf mehr Mut zu grundlegenden Weichenstellungen seitens der Politik.

In das von Ex-OB Spec initiierte Klimabündnis der Stadt Ludwigsburg hat sich die Initiative anfangs aktiv eingebracht. „Leider ging mit Bürgermeisterin Nießen auch der Drive“, bedauert Nora. Inzwischen sehe die Initiative das Klimabündnis als Nebenschauplatz und sei gespannt auf ein in den nächsten Tagen anstehendes Gespräch mit der Stadtspitze.

Derweil nutzt LudwigsKlima die pandemiebedingt ruhige Phase zur eigenen Bündnisbildung mit lokalen Gruppierungen wie dem VCD, dem ADFC, der City-Kirche und den Naturfreunden. Sobald wieder Veranstaltungen möglich sind, werde man das Thema Klimaschutz wieder mit Vortragsabenden und Exkursionen auf die Agenda bringen, mit Unterstützung der For-Future-Aktionen und durch nachdrückliches Einmischen Druck auf die Politik machen.